Universität Birzeit

KURZINFORMATION
IN DEUTSCH




FORSCHUNGSZENTREN UND GEMEINDEBEZOGENE PROGRAMME



Zentrum für umwelt- und berufsbezogene Gesundheitswissenschaften (CEOHS)

Seit der Errichtung im Jahre 1982 hat das CEOHS seine wichtige Arbeit ohne jegliche reguläre Regierungskörperschaft durchgeführt. Die Arbeit des Zentrums wird in vier Einheiten aufgeteilt:

Die Einheit für umweltbezogene Gesundheit hat zahlreiche Studien über die Probleme der Pestizidbenutzung durchgeführt, da die Westbank zu den stärksten Benutzern von Pestiziden weltweit gehört. Eine zusätzliche Gefahr liegt darin, daß ungefähr 40 Prozent der benutzten Pestizide Chemikalien sind, deren Verkauf oder Benutzung von Regierungen und Umweltschutzbehörden in der ganzen Welt verboten oder größtenteils eingeschränkt wurden.

Die Einheit für berufsbezogene Gesundheit hat mehr als 500 Personen aus dem landwirtschaftlichen Sektor im Kurs des CEOHS für "Die sichere Benutzung von Pestiziden" ausgebildet. Außerdem untersucht die Einheit die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm am Arbeitsplatz und wird in Zukunft verstärkt die gesundheitsschädlichen Werte von Gasen, Staub und Pestiziden am Arbeitsplatz u.ä. untersuchen.

Die Einheit für Wasser und Abwasser arbeitet mit lokalen und internationalen Gesundheitsorganisationen zusammen und überwacht seit langer Zeit die Wasserqualität im Westbanknetz; ebenso beobachtet sie ähnliche Studien aller Trinkbrunnen der Westbank. Das CEOHS kontrolliert regelmäßig den biologischen und chemischen Inhalt von 170 Musterstationen in der Westbank und hat vor kurzem ein Zweiglaboratorium in Gaza eröffnet.

Die pharmazeutische Einheit wurde eingerichtet, weil seit 1967 Medikamente lokal in der Westbank hergestellt wurden und bis in die späten achtziger Jahre keinerlei Kontrollen unterlagen. Emulationen ausländischer Medikamente machen die Hälfte des Marktes aus, und es gibt fünfmal mehr generische Medikamente in den besetzten Gebieten und den autonomen Bezirken als auf der Empfehlungsliste der Weltgesundheitsorganisation für wichtige Medikamente. Zusammen mit UNRWA testet CEOHS pharmazeutische Muster, um sicherzustellen, daß die Medikamente den strengen Qualitätskontrollmustern entstprechen.

CEOHS wurde kürzlich vom palästinensichen Gesundheitsministerium zum offiziellen Laboratorium für pharmazeutische und chemische Qualitätskontrolle für die PNA ernannt und wird mit Beginn dieses Studienjahres dank Unterstützung der britischen Regierung auch in der Lebensmittelkontrolle arbeiten

(Direktor des Zentrums: Dr. Ramzi Sansour)

CEOHS Homepage (in englisch).



Zentrum für Erforschung und Dokumentation der palästinensichen Gesellschaft

Das Zentrum für Erforschung und Dokumentation der palästinensischen Gesellschaft (GRDPS) wurde 1977 gegründet, um als Anreiz und Mittelpunkt für die Erforschung und Dokumentation der palästinensischen Gesellschaft und der palästinensischen Frage - aus verschiedenen Perspektiven - zu dienen.

Das Forschungszentrum ist in drei Hauptfunktionen organisiert: Dokumentation, Forschung und Veröffentlichung. Die Dokumentationsabteilung sammelt, klassifiziert und erfaßt karteimäßig Informationen über die palästinensiche Gesellschaft im historischen Palästina. Die Institution unterstützt die akademische Forschung im allgemeinen, und in der Westbank und dem Gazastreifen im besonderen.

Seit 1983 hat das GRDPS sich auf die Sammlung von mündlichen Überlieferungen konzentriert, welche, neben anderen Forschungsquellen, von emminenter Bedeutung besonders bei der Dokumentation der im Krieg von 1948 zerstörten Dörfer waren. Es erwarb sich durch diese Arbeit eine unangefochtene Reputation, und arbeitete seither an der Errichtung eines nationalen Archivs für mündliche Überlieferungweisen, um Volksbräuche und Gewohnheitsrecht der palästinensischen Gesellschaft zu bewahren.

Das GRDPS enthält eine Bibliothek mit mehr als 3 500 Büchern, Journalen und Dokumenten in englisch und arabisch, welche eine der umfassendsten Sammlungen über die Intifada enthält. Außerdem hat das Zentrum eine Anzahl Reporte publiziert, welche auf Anfrage erhältlich sind.

(Direktor des Zentrums: Dr. Saleh Abdul Jawad)

Institut für Weiterbildung

Das Institut für Weiterbildung (CED) der Universität Birzeit wurde 1991 eingerichtet und ist eine erweiterte Einheit, die den Bedürfnissen der palästinensischen Gemeinde an technischem Beistand und Ausbildung dient. Das primäre Ziel des CED ist die Förderung menschlicher Quellen. Mittels seiner Programme ist es bemüht, Talente auf leitenden, technischen und dienstleistenden Gebieten zu stärken und zu erweitern. Besondere Betonung wird auf die Ausbildung von Frauen gelegt, so daß diese effektiver zur Modernisierung und Entwicklung der Gesellschaft beitragen können. Das CED stellt außerdem eine Vielzahl von Fortbildungskursen und Beratungsleistungen für den öffentlichen und privaten Sektor zur Verfügung.

Das CED hält unter anderem Kurse auf den Gebieten Computer und Computerisierung, Management, Erziehung, Sprachtraining und spezialisierte industrielle Fertigkeiten für die Lokalindustrie ab. Bisher haben über 3 000 Palästinenser an den Kursen des CED teilgenommen.

Das CED bietet in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Organisationen und Beratern ein Diplom-Programm an, das darauf ausgerichtet ist, die professionellen Fähigkeiten in verschiedenen Gebieten zu erweitern.

( Direktor des Zentrums: Mrs. Haifa Baramki)

Institut für Gesundheit im öffentlichen und Gemeindebereich

Nach seiner Gründung 1979 wurde das Institut für Gesundheit im öffentlichen und Gemeindebereich 1982 als formale Universitätsstruktur eingerichtet und führt nun grundsatzorientierte Forschungen im Bereich der Gesundheit der Öffentlichkeit und der Gemeinde durch. Es arbeitet mit lokalen und internationalen Gesundheitsorganisationen zusammen, mit einem Mandat zu Forschung, Ausbildung und Hilfestellung für lokale Organisationen durch Durchführbarkeitsstudien, Kontrolle und Auswertung.

Das Institut war Pionier auf dem Gebiet der Herstellung von gesundheitserzieherischem Material in einfacher arabischer Sprache , doch stellte es diese Arbeit ein, sobald lokale Organisationen dem Beispiel folgten. Das DPCH ist in drei Einheiten unterteilt: die klinische Sozialeinheit, die sich auf Themen wie Behinderung, die Gesundheit der Frau oder die Gesundheit in den Städten konzentriert; die Einheit für umweltbezogene Gesundheit, die sich auf die Verwaltung von Wasser, Abwasser und Abfallbeseitigung einschließlich medizinischer Abfallbeseitigung konzentriert; und die Quellenzentraleinheit, die ungefähr 2 000 Bücher und Journale sowie Suchsysteme für CD-ROM Literatur enthält.

Ein spezielles Postgraduiertendiplom in primärer Gesundheitsvorsorge wird angeboten, um bei der Erstellung eines mittelständigen Ausbilder-Überwacher Postens zu helfen und ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der lokalen Gesundheitsvorsorge.

(Abteilungsleiter: Dr. Rita Giacaman)

DPCH Homepage (in englisch).



Technisches Zentrum für Planung und Design

Das technische Zentrum für Planung und Design (ECPD) wurde 1991 eingerichtet und an die Fakultät für Ingenieurwesen angeschlossen. Es überwacht die Durchführung von Entwicklungsprojekten und bietet öffentlichen und privaten Institutionen technischen Rat über Vorschriften und Normen. Ebenso bietet es auch palästinensischen Firmen technische Überwachung sowie Hilfe für Bauunternehmer, um sicherzustellen, daß die Bauarbeiten den Standardspezifikationen entsprechen.

(Kontaktperson: Mrs. Majda Nashashibi)

Projekt für Menschenrechtsaktionen (HRAP)

Gegründet im Jahre 1977, hat das Projekt für Menschenrechtsaktionen (HRAP) jeden Fall der vom israelischem Militär verhafteten Studenten und Universitätsangestellten ebenso wie Fälle von einschränkenden Anordnungen, Hausdurchsuchungen, Deportationen und Verweigerung von Bewegungs- und Reisefreiheit, sofern verbunden mit der Universität und akademischen Aktivitäten, verfolgt. Außerdem dokumentiert es Verletzungen gegen die Universität selber, einschließlich Armeedurchsuchungen, Schließungen und anderen Beschränkungen.

In den letzten Jahren hat das Projekt seine Aktivitäten erweitert, um die Einhaltung von Gesetzten und den grundlegenden Respekt von Menschenrechten durch die Palästinensische Nationale Autonomieregierung (PNA) zu ermutigen. Das Beinhaltet die Verfolgung von allen Fällen, in denen Studenten oder Universittsangestellte von der PNA verhaftet bzw. festgehalten werden.

HRAP verläßt sich auf die Arbeit und Unterstützung von Freunden der Universität aus aller Welt, es unternimmt regelmäßig internationale Kampagnen oder fordert zu gezielten internationalen Aktionen auf. Wir sind immer darauf aus, eine möglichst vielfältige Gemeinschaft für unsere Arbeit zu interessieren und sie in sie miteinzubeziehen.

(Projektkoordinator: Ms. Hanan Elmasu)

HRAP Homepage in englisch.



Rechtzentrum

Gegründet im Jahre 1995, arbeitet das Rechtzentrum darauf hin, zur Rehabilitation der Berufe im Rechtsbereich und zur Einrichtung eines palästinensischen Rechtsprozesses beizutragen, sowie ein akademisches Programm für den Rechtsunterricht zu entwickeln.

Die Westbank folgt immer noch Elementen des jordanischen Rechts, Gaza folgt Teilen der vormalig existierenden Gesetzgebung der britischen Mandatszeit. Über all diesem existieren alte, hauptsächlich Land-orientierte Gesetze aus der Zeit des Osmanischen Reiches; Entscheidungen von islamischen Shari'ah Gerichten; die Forderungen internationaler Menschenrechtspakte; israelische Militäranordnungen; Rechtsprechung des Palästinensischen Nationalrats, die sowohl Palästinenser in der Diaspora als auch in Palästina betrifft, sowie Gesetze des jüngst errichteten Palästinensischen Rates.

Indem das Zentrum ständig die verschiedenen Rechtsgebiete untersucht und die relevanten Stellen herausfiltert, zielt es darauf ab, Forscher und Politiker mit Quellenmaterial zu versorgen, um die komplizierte rechtliche Situation in den besetzten und autonomen Gebieten verständlich zu machen. Außerdem besitzt es eine Bücherei mit einem comuterisierten Katalog. Seit 1996 bietet das Rechtszentrum ein Magisterprogramm für Rechtswissenschaften an.

(Direktor des Zentrums: Dr. Camille Mansour)

Law Centre Homepage in englisch.



Programm gegen Analphabetismus und für Erwachsenenbildung

Gegründet im Jahre 1976, hält das Programm gegen Analphabetismus regelmäßig Trainingskurse für Lehrer ab und entwickelt erzieherisches Material und Techniken gegen Analphabetismus in der Westbank und im Gazastreifen. Ebenso steht es im Bereich der Landwirtschaft zur Verfügung sowie bei der Erziehung im Bereich Familienleben. Außerdem führt es Studien durch im Sozial- und Erziehungsbereich in Bezug auf das generelle Problem des Analphabetismus.

(Direktor des Zentrums: Ms. Hiyam Abu Ghazali)

Medienzentrum

Im Jahr 1996 gründete die Universität das Medienzentrum für die Fortbildung von Radio- und Zeitungsjournalisten. Das dreijährige Projekt zielt darauf ab, pro Jahr 48 im Beruf stehende palästinensische Journalisten aus der Westbank und dem Gazastreifen weiterzubilden. Zasätzlich studieren 10 Journalisten um zukünftig als Ausbilder zu arbeiten. Mindestens 30% der Teilnehmer sollten weibliche Journalisten sein. In der Pilotphase des Projektes werden jährlich zwei 15-wöchige Kurse angeboten.

(Projekt Coordinator: Munir Nasser)

Media Centre Homepage in englisch.



Einheit für Studien im mediterranen Bereich

Die Einheit für Studien im mediterranen Bereich unterstützt interdisziplinäre, vergleichende und Fallstudien über Länder und Gesellschaften im Mittelmeerraum, mit besonderem Hinblick auf die palästinensische Rolle. Universitätsabteilungen sind ebenso wie externe Professoren involviert in diese Aktivitäten, die Dokumentation, Lehre und akademische Publikationen umfassen.

(Direktor der Einheit: Kamal Abdulfatah)

Palästinensisches Institut für Archäologie

Gegründet im Jahre 1987, hat sich das Palästinensische Institut für Archäologie (PIA) aus der Birzeit Universitätsabteilung entwickelt, die 1977 gegründet wurde. Es ist das erste palästinensische Institut, das Studenten ein integriertes BA-Programm auf dem Gebiet der Archäologie anbietet, und ungefähr die Hälfte der fertigausgebildeten palästinensischen Archäologen stammen von hier.

Das PIA hat Ausgrabungen in Tel Taannek und Tel Jenin durchgeführt, ebenso wie Überblicksgrabungen in den Gegenden bei Jenin und Birzeit, und es organisiert häufige Feldausflüge zu signifikanten archäologischen Stellen in Jordanien und anderswo. Um die Studenten in Ausgrabungstechniken zu schulen, hat das PIA als Teil des Studiums 1996 ein Forschungs- und Ausgrabungsprojekt in Khirbet Birzeit gestartet. Die archäologischen Funde deuten auf eine Besiedlung dieser Stätte von der Eisenzeit bis zur Ottomanischen Periode an.

Das PIA führt Analysen des in seinem Labor verbleibenden Materials durch und hat eine bezugnehmende Basissammlung an Keramiken, Planzen, Sedimenten und Knochen zusammengetragen. Außerdem enthält es eine Bibliothek mit zur Zeit circa 800 Bänden.

(Direktor des Instituts: Dr. Khaled Nashef)

Programm für Frauenstudien (WSP)

Gegründet im Jahre 1994, wurde das Programm für Frauenstudien (WSP) zu einer kritischen Zeit ins Leben gerufen, als palästinensische Frauen und die palästinensische Gesellschaft als solche komplexe veränderte Situationen im sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereich zu gegenwärtigen hatten.

Die Arbeit des WSP ist in drei Gebiete aufgeteilt:

Als akademische Einheit ist das WSP Teil der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität, die Frauenstudien als Nebenfach anbietet. Der interdisziplinäre Kern des Studienplanes besteht aus elf Kursen, die "Frauen in der arabischen Gesellschaft", "Frauen und Entwicklung", "Geschlechter in der Epistomologie" und "Die Geschichte der Frauenbewegungen" einschließen.

Als Forschungszentrum versucht das WSP, Nachforschungen über palästinensische Frauen zu erleichtern, und zwar durch eigene Forschungsprojekte ebenso wie durch Sammlung von Archivmaterial und Anbieten dieser Dienste an andere Forscher. Im September 1994 startete das Programm "Palästinensische Frauen in der Gesellschaft", ein extensiv kollaboratives Forschungsprojekt, das ausführliche Informationen über den gegenwärtigen Stand der Nachforschungen auf den Gebieten der Erziehung, des sozialen Status, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft des weiblichen Geschlechts geben möchte.

Als ein die Gemeinde erreichendes Zentrum versucht das WSP im Verbindung mit palästinensischen Fraueninstitutionen Wege zu entwickeln, palästinensische Frauen durch Forschung und Beiträge zu öffentlicher und institutioneller Politik zu stärken, sowie durch Training, das in ausgesuchten Schlüsselinstitutionen und lokalen Stellen zur Verfügung gestellt wird.

(Direktor des Programms: Dr. Eileen Kuttab)

Das World Wide Web-Projekt

Das World Wide Web-Projekt der Universität wurde im Dezember 1995 gegründet, als mit der Arbeit an der Universitäts Website begonnen wurde. Sieben Monate später, am 6. Juni 1996, wurde die Website zum ersten Mal durch das Internet zugänglich - die Anzahl der monatlichen Besucher hat sich von 1 000 im ersten Monat zu 7 000 nach dem ersten Jahr gesteigert. Das Projekt befindet sich noch in der Anfangsphase und konzentriert sich momentan auf die Bereitstellung von Informationsmaterial, sowohl über die Universität als auch über die palästinensische Gesellschaft allgemein.

Im September 1996 wurde ein Spendenaufruf für die Anschaffung von neuen Geräten gemacht, der nach acht Monaten über 15 000 US-Dollars eingebracht hat. Weitere Projekte, für die z.Z. Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden, sind: Die Nachrichteneinheit, die darauf auszielt, eine Arabisch/Englische on-line Tageszeitung einzurichten, mit direkten Nachrichten aus der Westbank und dem Gazastreifen, und das Palästina Archiv, das ausgerichtet ist, eine Informationsstätte über alle Bereiche der palästinensischen Geschichte, Kultur und des palästinensischen Lebens zu sein.

Das World Wide Web-Projekt hofft, zukünftig, in Zusammenarbeit mit dem Computerzentrum, der Universität sowie der palästinensischen Gesellschaft im allgemeinen Ausbildungsmöglichkeiten für die Internetbenutzung und das Errichten von Webseiten anbieten zu können. Ein Internet-Bibliotheksprojekt hat begonnen, und gegenwärtig werden Finanzierungsmöglichkeiten für die Errichtung einer Informationstechnologieeinheit an der Universität gesucht.

Kontakt: Nigel Parry, webmaster@birzeit.edu
Website: http://www.birzeit.edu/web/

Inhalt der deutschen Website


Übersetzt von Eva Jansen, September 1996 - Last updated August 1997